Ein Artikel der 20 Minuten. Nahrungsmittel sind wichtig für die schnelle Erholung. Nati-Koch Emil Bolli verrät, wie er die Profis für die Spiele wieder fit kriegt.

Drei Tage sind das absolute Minimum, um sich nach 90 oder gar 96 Minuten wie gegen Serbien physisch komplett zu regenerieren. Dazu gehört vor allem auch die richtige Ernährung. Sie unterstützt die Aufbauphase bis zum nächsten Spiel. Für die Mahlzeiten der Nati ist seit 1996 Emil Bolli zuständig. Der Berner Spitzenkoch begleitet die Schweizer Auswahl seit 2006 an jedes Turnier.

Dabei geht es nicht nur darum, eine möglichst leckere Küche aufzutischen. Es geht vielmehr darum, die Fussballer optimal mit Kohlehydraten, Vitaminen und Proteinen zu versorgen, damit die Spieler noch Kraft haben und ihnen nicht vorzeitig die Puste ausgeht.

Bolli sorgt für ausgewogene Küche

Wie schon in Brasilien reiste Bolli deshalb vor dem Turnier nach Russland, graste Märkte und Lebensmittelhändler ab, um möglichst bekömmliche Lebensmittel auf den Tisch zu bringen. Für die Ausgewogenheit ist der Spitzenkoch, der wie 2014 von seiner Tochter Andrea begleitet wird, besorgt. Andrea kümmert sich dabei um die kalte Küche und die Desserts. Sie hat auch den Lead in der Kommunikation mit dem Service-Personal. Dafür hat sie seit über einem Jahr einen Russisch-Sprachkurs besucht.

Dass der Lead in der Küche und die Kommunikation nicht einfach sind, zeigt eine kleine Anekdote. In ihren Küchen kennen Chefköche kein Pardon und haben ausnahmslos das Sagen. Als Emil Bolli an einem Spielort in der Küche des Teamhotels die Leitung übernehmen wollte, wehrte sich der Hotelkoch: «In meiner Küche habe nur ich das Sagen.» Er zog den Kürzeren gegen Bolli.

Auf Einkaufstour in Togliatti: Nati-Koch Emil Bolli kauft Lebensmittel ein.

Kohlehydrate, Vitamine und Mineralsalze

Ganz wichtig sind viele Kohlehydrate, Lebensmittel mit vielen Vitaminen und Mineralsalzen und der ausgewogene Eiweiss-Haushalt. Tabu sind Gerichte, die blähen oder sehr fettig sind. «Ich benutze nur Öl mit hochwertigen, ungesättigten Fettsäuren», so der ehemalige Küchenchef (1989 bis 2013) des Hotel Bern in Bern.

Weil er das aber nicht überall bekommt, nimmt er immer einen ausreichenden Vorrat aus der Schweiz mit. Wie auch Müsliflocken für das Birchermüsli, Schokolade, diverse Gewürze und Rollgerste für Gerstensuppe. Auch auf seine eigenen Pfannen verzichtet er in Russland nicht.

Über spezielle Essgewohnheiten seiner prominenten Klientel spricht Bolli wenig. Wie überall hat es Flexitarier und auch einen Vegetarier im Team. Es gibt Spieler, die lactosefrei, glutenfrei oder histaminfrei essen – und ab und zu wird auch in der Nati gesündigt.

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